Rotenburg ist eine grüne, naturverbundene Stadt und das soll auch so bleiben. Beim Klimaschutz müssen wir daher zügig handeln: Jedes Zehntel Grad um das wir die Erhitzung unseres Planeten vermeiden können, ist wichtig. Denn nur so verhindern wir, dass Hitze und Dürre, auf der anderen Seite aber auch Starkregen, Überschwemmungen und Stürme immer schlimmer werden, auch bei uns immer mehr Menschenleben kosten und Sachwerte in Milliardenhöhe vernichten. Dies betrifft uns unmittelbar: Auch bei uns standen z.B. im Winter 2023/24 große Bereiche unter Wasser.
Der klimaneutrale Umbau unserer Wirtschaft und unserer Energieversorgung ist nicht zum Null-Tarif zu haben, aber kein Klimaschutz ist um Längen teurer.
Der Schutz des Klimas und der Natur in und um Rotenburg ist insofern eine sehr dringliche Aufgabe, der wir uns mit aller Kraft widmen. Rotenburg soll so schnell wie möglich klimaneutral werden. Gleichzeitig wollen wir das vielfältige Grün in und um Rotenburg erhalten bzw. mehr Grün in die Innenstadt holen.
Auch im technischen Bereich gibt es immense Fortschritte, die wir für uns nutzen wollen. Das betrifft auch und insbesondere das Thema Heizen. Ob und wo künftig auch weiterhin die individuelle Heizung für das einzelne Gebäude die beste Lösung ist und ob und wo wir als Kommune eine Nah- oder Fernwärmeversorgung installieren und zu preisgünstigen Bedingungen Wärme anbieten können, wird die kommunale Wärmeplanung zeigen, die spätestens Mitte 2028 vorliegen wird.
Der Ausbau der Photovoltaik ist in den letzten Jahren in riesigen Schritten vorangegangen. Wir streben an, dass jede dafür geeignete bereits versiegelte Fläche mit einer PV-Anlage bestückt wird. Dabei haben wir als Kommune selbstverständlich eine Vorreiterfunktion. Wir wollen alle geeigneten Dächer kommunaler Gebäude in absehbarer Zeit mit einer Photovoltaikanlage ausstatten.
Daher setzen wir uns dafür ein,
– dass ein permanentes Energiemanagement für alle städtischen Liegenschaften eingerichtet wird;
– dass Maßnahmen zur Energieeinsparung und der Förderung erneuerbarer Energien bei der Bauleitplanung festgeschrieben werden;
– dass der Klimaschutz bei der Bauleitplanung berücksichtigt wird;
– dass alle geeigneten Dächer kommunaler Gebäude in absehbarer Zeit mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden;
– dass Informationsveranstaltungen zu den Themen Wärmeversorgung, Solaranlagen auf Gebäuden, effiziente Energienutzung initiiert werden;
– dass das Energieberatungsangebot der Stadtwerke erweitert wird, insbesondere für private Eigentümer*innen, die nicht in einem Nah- oder Fernwärmeversorgungsgebiet liegen;
– dass dort, wo die kommunale Wärmeplanung zu dem Ergebnis kommt, dass eine leitungsgebundene Fern- oder Nahwärmeversorgung wirtschaftlich sinnvoll ist, diese auch möglichst zeitnah angeboten wird;
– dass die örtliche Wärmeversorgung über Fern- oder Nahwärme von den Stadtwerken prioritär vorangetrieben wird;
– dass der Ausstieg aus der Erdgasversorgung möglichst frühzeitig geplant und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern kommuniziert wird;
– dass die vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutzmanagements umgesetzt werden;
– dass vorhandene Konzepte in Hinblick auf Klima- und Naturschutz überprüft und genutzt werden;
– dass für unsere Stadt ein systematisches Biodiversitätskonzept erstellt wird;
– dass für unsere Stadt eine Baumschutzsatzung beschlossen wird;
– dass die städtischen Grünflächen nachhaltig gestaltet werden.
Unsere Stadt befindet sich in ihrem größten Veränderungsprozess seit gut 40 Jahren. Insbesondere die Innenstadt ist hiervor sichtbar betroffen. Gleichzeitig stehen mit der erfolgreichen Aufnahme in die Förderprogramme der Stadtsanierung hohe Fördersummen von Bund und Land zur Verfügung, um diese Veränderung gezielt zu gestalten. Es liegt also an uns, was aus unserer Innenstadt wird. Für uns ist sie eindeutig das soziale Herz unserer Stadt.
Die größten Potentiale hierfür haben der Neue Markt und der Stadtstreek. Den Neuen Markt wollen wir daher im Rahmen eines Ideenwettbewerbes in einen grünen Erlebnis-, Aufenthalts- und Spielbereich umgestalten, der unter Einbezug des Elements Wassers insgesamt zum Verweilen einlädt. Der Stadtstreek bietet sich ebenfalls als ein zukünftig zentraler Ort des sozialen Austauschs an. Um beide Bereiche stärker miteinander in Beziehung zu setzen, soll der Bereich der Großen Straße zwischen Kirchstraße und Nödenstraße zudem verkehrsberuhigt werden.
Wir wollen Begrünung und Entsiegelung aus mehreren Gründen fördern. Neben der Förderung der Biodiversität geht es auch um die Anpassung an Wetterextreme: Pflanzen verbessern das Mikroklima, kühlen an heißen Tagen und nehmen Sickerwasser auf, wodurch sie bei Starkregenereignissen bedeutsam das Überschwemmungsrisiko verringern. Außerdem wollen wir die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone verbessern. Dies beinhaltet das Thema Sauberkeit (Müll in der Innenstadt), die Sanierung kaputter Gehwege, mehr Angebote für Kinder und Familien in der Innenstadt, sowie mehr öffentliche Toiletten.
Darüber hinaus hat die zukünftige Entwicklung des architektonischen Stadtbildes eine besondere Bedeutung. Dabei sollte die Sanierung und der Erhalt der noch vorhandenen historischen Bausubstanz Berücksichtigung finden. Aber auch die Möglichkeiten einer durchgängigen Fassaden- und Dachbegrünung sollten aus unserer Sicht ernsthaft geprüft werden. Damit wird nicht nur das Stadtklima nachhaltig positiv beeinflusst. Rotenburg könnte sich so auch das Image als reizvolle, grüne Stadt mit hoher Aufenthaltsqualität erarbeiten.
Daher setzen wir uns dafür ein,
– dass die Aufenthalts- und Lebensqualität der Innenstadt im Interesse einer lebendigen Nutzung und einer hohen Attraktivität konsequent verbessert wird;
– dass der Neue Markt im Rahmen eines Ideenwettbewerbs in einen grünen Aufenthalts- und Spielbereich umgestaltet wird;
– dass der Stadtstreek zukünftig ein zentraler Ort des sozialen Austauschs und Verweilens wird und als dauerhaftes Fließgewässer erhalten wird;
– dass die Verkehrsführung der Großen Straße zwischen Kirchstraße und Nödenstraße fußgängerfreundlicher gestaltet wird;
– dass die Innenstadt grundsätzlich stärker durch Begrünung beschattet wird;
– dass das Schwammstadt-Konzept für Rotenburg geprüft und umgesetzt wird;
– dass Fassaden kommunaler Gebäude zu begrünen sind, sofern dem keine architektonischen Gründe und Gründe des Denkmalschutzes entgegenstehen;
– dass verschiedene kleine Klimaoasen geschaffen werden (grüne Inseln, Erholungsbereiche mit Sitzgelegenheiten im Stadtbereich);
– dass die Vielzahl an Parkplätzen reduziert und konzentrierte Parkflächen geschaffen werden;
– dass zur Verbesserung des Stadt- / Ortsklimas und der Aufenthaltsqualität an allen geeigneten Stellen im öffentlichen Raum großkronige Bäume gepflanzt werden;
– dass die Innenstadt deutlich stärker durch Wasser geprägt wird, etwa durch mehr Brunnen, Wasserspiele und Trinkwasserspender;
– dass die Sauberkeit, insbesondere der Innenstadt, wirksam und dauerhaft verbessert wird;
– dass nicht bebaute Flächen in Baugebieten auch begrünt werden.
Die soziale Frage unserer Zeit ist bezahlbarer Wohnraum. Für Rotenburg ist unser Ziel, bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum etwa für Alleinerziehende und Senior*innen, für Familien, Kindern und mobilitätseingeschränkte Menschen zu schaffen.
Wir wollen die Weichen langfristig dafür stellen, dass Rotenburg wieder einen eigenen kommunalen Wohnungsbestand aufbaut, der insbesondere sozialen Wohnraum dauerhaft bereitstellt. Dabei sollen unterschiedliche Wege genutzt werden, etwa die Beteiligung an einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, unsere Stadtwerke oder die Förderung vorhandener Akteure.
Um eine weitere Flächenversiegelung zu verhindern, wollen wir die bestehenden Bau- und Gewerbeflächen auf ihr Nachverdichtungspotenzial hin überprüfen und dort, wo die Festsetzungen alter Bebauungspläne einer sinnvollen Nachverdichtung entgegenstehen, diese entsprechend ändern.
Daher setzen wir uns dafür ein,
– dass alle Rotenburger*innen eine Wohnung finden können, die ihnen auch eine aktive Teilhabe an unserer Stadtgesellschaft ermöglicht.
– dass bezahlbare Wohnungen, auch im städtischen Eigentum, geschaffen werden;
– dass die ortsansässige Wohnungsbaugenossenschaft stärker eingebunden und gefördert wird;
– dass Wohnungen barrierefrei gestaltet werden;
Die Mobilität der Zukunft wird zunehmend emissionsfrei und digital vernetzt sein. Dies gilt selbst für einen im ländlichen Raum weiterhin bedeutungsvollen Individualverkehr. Wir streben dabei eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer*innen in dem Sinne an, dass die einzelnen Verkehrsarten entsprechend ihrer Effektivität und Nachhaltigkeit situationsabhängig Priorität erhalten sollen. Angesichts der Tatsache, dass die von einem PKW benötigte Verkehrsfläche alternativ von mehr als fünf Fahrradfahrern oder zwanzig Fußgängern genutzt werden kann, liegt insbesondere in der Förderung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs im Nahbereich der Schlüssel zur Lösung der Verkehrsprobleme Rotenburgs im Bereich der Innenstadt.
Die oft eher kleinräumigen Parkmöglichkeiten sollten in zentralen Parkflächen gebündelt werden. Zurückliegende Verkehrszählungen haben immer wieder gezeigt, dass knapp die Hälfte des täglichen PKW-Verkehrs vollständig innerstädtisch erfolgt. Hier ist ein deutliches Reduktionspotential erkennbar. Vorrang haben muss eine attraktive, sichere und leistungsstarke Fußgänger- und Fahrradinfrastruktur. Dafür ist die Umgestaltung
der Goethestraße zur zentralen Fahrradverkehrsader der Innenstadt, unter Tolerierung eines reinen Anliegerverkehrs, für uns die bestmögliche Option.
Darüber hinaus bieten die rasant wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung auch neue Möglichkeiten einer aktiven Verkehrssteuerung. Als ein wichtiger, zusätzlicher Baustein zur Reduzierung der Verkehrsbelastung, muss dies im Rahmen der zu erarbeitenden Smart-City-Strategie Berücksichtigung finden. Damit wird langfristig eine wertvolle Basis für die stark vernetzten Verkehrssysteme der Zukunft geschaffen.
Zur allgemeinen Förderung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs muss das Sicherheitsgefühl aller Verkehrsteilnehmer:innen gesteigert werden. Die Installation einer durchgängigen und bedarfsgesteuerten Beleuchtung zwischen Rotenburg und Unterstedt entlang der B215 ist für uns daher dringend zu realisieren; insbesondere für die Vielzahl an Schülerinnen und Pendlerinnen, die diese Wege regelmäßig nutzen. Weitere, unabhängige Möglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung des Radfahrens in Rotenburg liegen in der Anlage zusätzlicher Stellplatzmöglichkeiten insbesondere am Bahnhof und an der Sparkasse, der gleichberechtigten Schaltung der Ampeln für den Fußgänger- und Fahrradverkehr, der Installation von Ladepunkten für E-Bikes an zentralen Orten, dem Angebot eines Leihsystems für Lastenräder, oder auch der Einführung eines Dienstfahrradangebots an alle städtischen Mitarbeiter:innen.
Daher setzen wir uns dafür ein,
– dass ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept erarbeitet wird;
– dass die Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern bei allen gegenwärtigen und zukünftigen Maßnahmen Priorität erhält;
– alle Fußwege und öffentliche Plätze barrierefrei gestaltet werden;
– dass deutlich mehr Investitionen für die Sicherheit und Attraktivität von Fußgänger- und Fahrradwegen getätigt werden;
– dass Ampeln gleichberechtigt für Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen geschaltet werden;
– dass zusätzliche Fahrradstraßen ausgewiesen werden und diese generell durch geeignete bauliche Maßnahmen von Kfz nur mit niedriger Geschwindigkeit befahren werden können;
– dass das ÖPNV-Angebot in unserer Stadt bedeutend ausgebaut wird;
– dass mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Innenstadt und am Bahnhof geschaffen werden, die zudem möglichst sicher und wettergeschützt sind;
– dass für die Innenstadt und den Bahnhofsbereich ein professionelles Parkraummanagement inklusive einer nachhaltigen Parkraumbewirtschaftung
eingeführt wird;
– dass die aktuell sehr willkürlich im Innenstadtbereich verteilten, oft eher kleinräumigen Parkmöglichkeiten in zentralen Parkflächen gebündelt werden, z.B. auch in konsequent begrünten Parkhäusern;
– dass die Goethestraße zur zentralen Fahrradverkehrsader der Innenstadt, unter Tolerierung eines reinen Anlieger- und Geschäftsverkehrs, umgestaltet wird;
– dass im Bereich des Pferdemarktes, des Stadtstreeks, des Neuen Marktes und des Bahnhofs öffentlich nutzbare Ladestationen für E-Bikes installiert werden;
– dass an zentralen PKW-Stellplätzen öffentliche und leistungsstarke Lademöglichkeiten für E-Autos installiert werden;
– dass das Carsharing-Angebot in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken weiter ausgebaut wird.
– dass anknüpfend an das Modell des Fidi-Boon-Wech der weitere Ausbau eines regionalen Netzes attraktiver Fahrradrouten vorangetrieben wird;
– dass der Fahrradweg zwischen Rotenburg und Unterstedt, entlang der B215, mit einer durchgängigen Beleuchtung ausgestattet wird. Die Möglichkeit einer bedarfsgerechten Beleuchtungssteuerung ist hierbei zu berücksichtigen;
– dass die Planung einer intelligenten Verkehrssteuerung im Rahmen der anzustrebenden Smart-City-Strategie Berücksichtigung findet;
– dass die Stadt nur noch Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben beschafft;
– dass die Stadt die nachhaltige Nutzung des Fahrrads durch ihre Mitarbeiter*innen durch ein attraktives Dienstfahrradangebot fördert;
– dass das Zuparken von Geh- und Fahrradwegen zukünftig konsequenter geahndet wird.
Bildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, gesellschaftliche Teilhabe und beruflichen Erfolg – ein Leben lang. Jeder Mensch hat das Recht auf bestmögliche Bildungschancen, und wir sehen es als zentrale Aufgabe unserer Stadt an, diese Chancen verlässlich und gerecht bereitzustellen. Eine starke Bildungslandschaft stärkt nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch die lokale Wirtschaft, den sozialen Zusammenhalt und unser Allgemeinwohl.
Unsere Kitas und Schulen leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Kinder. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sie personell, räumlich und digital hervorragend ausgestattet sind. Dazu gehören ausreichende Betreuungsplätze in allen Stadtteilen, flexible Öffnungszeiten und ein frühzeitiges Erkennen und Fördern individueller Bedürfnisse. Besonders wichtig ist uns ein gesundes, bezahlbares und möglichst biologisches, regionales Verpflegungsangebot in allen Kitas und Schulen. Um sicherzustellen, dass es für alle Familien erschwinglich bleibt, soll die Stadt dieses
Angebot gezielt subventionieren und mittelfristig eine kostenfreie Bereitstellung anstreben.
Die Schulen in Rotenburg prägen maßgeblich die Bildungsbiografien unserer Kinder und Jugendlichen. Damit sie attraktive Lernorte bleiben, ist ein kommunales Schulentwicklungs- und Schulinvestitionsprogramm notwendig, durch das Gebäude modernisiert, Fachräume erneuert, Barrierefreiheit verbessert und Lernumgebungen zukunftsorientiert gestaltet werden. Moderne Schulen brauchen moderne Ausstattung – sowohl analog als auch digital. Deshalb wollen wir die digitale Infrastruktur dauerhaft auf dem neuesten Stand halten und eigenes IT-Personal vor Ort bereitstellen.
Bildung profitiert von Zusammenarbeit. Deshalb wollen wir die Kooperation zwischen Ratsgymnasium, IGS und BBS weiter vertiefen, gemeinsame Projekte fördern und mehr Begegnung zwischen den Schüler*innen über Schulgrenzen hinweg ermöglichen.
Kooperative Bildungs-, Arbeits- und Sozialkompetenzen gewinnen zunehmend an Bedeutung und sollen schon während der Schulzeit aktiv gefördert werden. Bildung endet jedoch nicht mit dem Schulabschluss. Rotenburg profitiert von einer lebendigen Landschaft außerschulischer Bildungsorte wie der Volkshochschule, der Stadtbibliothek, dem Umweltbildungszentrum der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme e.V., Naturschutzverbänden und vielen weiteren Initiativen. Diese Einrichtungen bereichern unsere Stadt und leisten einen wichtigen Beitrag zu lebenslangem Lernen. Besonders am Herzen liegt uns die Umweltbildung – von der frühkindlichen Bildung über die Schulzeit bis hin zum Erwachsenenalter. Dazu gehört auch die Einrichtung grüner Klassenzimmer, sowie eine engere Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten.
Ein zukunftsorientiertes Rotenburg nimmt Kinder und Jugendliche als eine kinderfreundliche Kommune ernst, hört ihnen zu und beteiligt sie aktiv. Wir wollen moderne und gut erreichbare Jugendtreffs, sichere Wege im Alltag und Beteiligungsmöglichkeiten wie Jugendforen oder ein Jugendparlament schaffen. Kinder und Jugendliche sollen spüren: Diese Stadt gehört auch ihnen. Dazu gehört auch, dass Rotenburg kindgerechter wird – mit mehr Spiel- und Bewegungsräumen im öffentlichen Raum, insbesondere in der Fußgängerzone. Eine lebendige Innenstadt lebt davon, dass Kinder willkommen sind und Raum zum Spielen haben.
Unser Ziel ist eine Stadt, in der Kinder, Jugendliche und Familien bestmögliche Bedingungen vorfinden, um zu lernen, sich zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen. Bildung, Betreuung, soziale Teilhabe, Gesundheit, Nachhaltigkeit und ein kindgerechtes Stadtbild sind dabei keine einzelnen Bausteine, sondern ein zusammenhängendes Zukunftsprojekt, das Rotenburg lebenswert, modern und gerecht macht.
Wir setzen uns dafür ein,
– dass ein modernes, zukunftsfähiges Schulinvestitions- und Schulentwicklungsprogramm für Gebäude, Ausstattung und digitale Infrastruktur
geschaffen wird;
– dass Kita-Plätze, Betreuungszeiten und frühkindliche Förderung bedarfsorientiert ausgebaut werden;
– dass es gesundes, regionales und möglichst biologisches Essen in Kitas und Schulen gibt – kommunal subventioniert und mittelfristig kostenfrei;
– dass es eigene IT-Fachkräfte für Schulen und dauerhaft verlässliche digitale Systeme gibt;
– dass die eigenständige Oberstufe an der IGS weitergeführt wird;
– dass die Zusammenarbeit zwischen IGS, BBS und Ratsgymnasium weiter gefördert wird, sowie ein intensiver Austausch der Schüler*innen;
– dass an allen städtischen Schulen Outdoorsportmöglichkeiten vorhanden sind;
– dass die Schulsozialarbeit gestärkt wird;
– dass Grüne Klassenzimmer und stärkere Umweltbildung in allen Einrichtungen gefördert werden;
– dass das städtische Kinderferienprogramm erweitert wird und die Freizeitangebote ausgebaut werden;
– dass es mehr Spiel- und Bewegungsräume im öffentlichen Raum gibt, besonders in der Fußgängerzone;
– dass Familienzentren gestärkt und Alltagsunterstützung für Familien und Alleinerziehende ausgebaut werden;
– dass Rotenburg auch offiziell im Rahmen des Zertifikatsprogramms eine kinderfreundliche Kommune wird.
Zur Sicherung einer sozialen, kulturellen und inklusiven Teilhabe ist das Ehrenamt der Schlüssel für den Zusammenhalt der Gesellschaft, gegenseitigen Respekt, die Berücksichtigung schwächerer Mitmenschen, Erhaltung einer intakten Natur und unserer vielfältigen Kulturlandschaft. Es ermöglicht die Begegnung aller gesellschaftlicher Gruppen und deren Verständnis füreinander.
Freiwilliges Engagement und ehrenamtliche Tätigkeit schult Verantwortung, Bereitschaft zur Hilfeleistung, erzeugt Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit, stärkt unsere Gesellschaft für Demokratie und Frieden und muss deshalb einen angemessenen Etat im kommunalen Haushalt erhalten. Ehrenamt braucht jedoch feste Strukturen, finanzielle Ressourcen, Ansprechpartner in der Verwaltung und physische Orte. Der Rückhalt und die Sicherstellung von Strukturen sind ausschlaggebend für ein zufriedenstellendes und tragendes Engagement.
Ebenso vielfältig sind die Wirkungsstätten des Ehrenamtes. Sportstätten, soziale Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Umweltprojekte, Räume für
Nachbarschaftshilfen, Familienzentren sowie Mehrgenerationen- und Gemeinschaftshäuser auf den Dörfern. Dort werden Menschen zusammengebracht, die sich für das Gelingen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft stark machen.
Die Schaffung und Unterhaltung der Wirkungsstätten sind entscheidend für den Zuspruch, für das Engagement von Vorständen und für die Nachhaltigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit. Klassische Treffpunkte sind allerdings hier in Rotenburg Mangelware.
Veranstaltungsräume fehlen oder sind für Vereine zu teuer, stadteigene Raumangebote kommen an Kapazitätsgrenzen oder sind temporär nicht nutzbar. Dadurch werden Kulturangebote und gesellschaftliche Zusammenkünfte immer wieder eingeschränkt.
Wir setzen uns dafür ein,
– dass Aufwandsentschädigungen zur Förderung des Zuspruchs und der Nachhaltigkeit von ehrenamtlicher Beteiligung ausgebaut werden;
– dass ein zentrales Zentrum für kulturelle und soziale Vereine und Veranstaltungen in der Innenstadt geschaffen wird;
– dass Orte bereitgestellt werden, an denen man sich treffen kann, Schulungen durchführen oder auch Materialien lagern kann, was ebenfalls die Sichtbarkeit und die Erlebbarkeit von sportlichen, sozialen und kulturellen Angeboten erhöht;
– dass die Räume für die gemeinschaftliche Nutzung bezahlbar bleiben, das beinhaltet ggfs. auch Mietkostenzuschüsse bei kleinen Vereinen;
– dass die Vereinsförderung bei beständigen Zuschüssen auf mehrjährige Zuschussvereinbarungen umgestellt werden;
– dass auch bei dauerhaft angespannter Haushaltslage die finanzielle Ausstattung der ehrenamtlichen Arbeit gewährleistet ist;
– dass es Ansprechpersonen in der kommunalen Verwaltung, Konzepte zur Einbindung und Öffentlichkeitsarbeit sowie eine passende Ausstattung gibt;
– dass die sogenannten „Dritten Räume“ für ehrenamtliche Gruppen generiert und geöffnet werden, z.B. indem Zwischennutzung leerstehender Geschäfte ermöglicht wird oder Raumkosten von Firmen gesponsort werden.
Wir stehen für eine nachhaltige Wirtschaft vor Ort, die langfristig gute Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft, eine Wirtschaft, die bei Umweltproblemen Teil der Lösung statt Teil des Problems ist. Kurzum: Wir stehen für eine Wirtschaft, die Werte schafft!
Wirtschaft und Klimaschutz müssen zusammen gedacht werden. Dafür bedarf es einer zielgerichteten und aktiven Wirtschaftsförderung vor Ort. Es muss unser Ziel sein, neue Gewerbeflächen insbesondere mit Unternehmen zu entwickeln, deren Geschäftsmodelle eine nachhaltige Wertschöpfung verinnerlicht haben. Die Ansiedlung und Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie die Förderung innovativer Start-ups verspricht für Rotenburg langfristig Erfolg. Um für diese attraktiv zu sein, bedarf es neben einer professionellen Wirtschaftsförderung auch einer entsprechend zukunftsfähigen Infrastruktur vor Ort.
Angesichts des sich verschärfenden Leerstandes kommt einer zeitgemäßen Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität, Grün- und Spielflächen, einem soziokulturellen Zentrum und einem attraktiven Einzelhandelsangebot eine große Bedeutung zu. Initiativen zum regionalen Einkaufen, wie „Buy local“ oder der Rotenburger Zehner, aber auch nachhaltige Konzepte, wie Unverpackt-Läden oder auch Reparaturcafés, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Hier bedarf es eines aktiven und systematischen Citymanagements, das unsere Innenstadt professionell belebt.
Immer stärker entscheidet auch die Verfügbarkeit von Fachkräften über den wirtschaftlichen Erfolg von Standorten. Hier tritt in Rotenburg die Bedeutung des Gesundheits- und Pflegebereichs stark hervor, aber auch andere Expertisen sind gefragt. Die Bemühungen um eine weitere Stärkung des Bildungsstandortes Rotenburg, auch durch den weiteren Ausbau fachhochschulspezifischer Angebote, braucht unser aller Unterstützung.
Wir setzen uns dafür ein,
– dass eine Personalstelle „städtisches Wirtschaftsförderungs- und Citymanagement“ geschaffen wird, die Unternehmensansiedlungen aktiv begleitet und sich um eine Belebung unserer Innenstadt kümmert;
– dass Gewerbeflächen klimaneutral und mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen entwickelt werden. Hierzu sind u.a. im Rahmen der Bauleitplanung und mittels städtebaulicher Verträge insbesondere Vorgaben zur naturnahen Flächengestaltung sowie zur Nutzung erneuerbarer Energieformen vorzusehen;
– dass ein möglichst attraktives Umfeld für Start-ups geschaffen wird, insbesondere für solche, die nachhaltige Geschäftsmodelle in den Bereichen erneuerbare Energien, Digitalisierung und Ressourcenschutz entwickeln;
– dass unsere Innenstadt als lebendiges Zentrum unserer Stadt sowohl wirtschaftlich als auch kulturell und sozial eine hohe Anziehungskraft entwickelt;
– dass die Geschäftsleute durch eine Aufwertung der Innenstadt im Rahmen einer systematischen und modernen Stadt- und Mobilitätsentwicklung unterstützt werden;
– dass der Wirtschafts- und Bildungsstandort Rotenburg durch die Entwicklung fachhochschulspezifischer Angebote an Attraktivität gewinnt.
Unsere Verwaltung muss im besten Sinne Taktgeberin – das Herz – unserer Kommune sein. Dazu muss sie zeitgemäß geführt, organisiert sowie personell und technisch ausgestattet sein. So kann sie echte Dienstleisterin und Partnerin aller Rotenburger*innen sein und in ihrem Interesse als gutes Vorbild wirken.
Um dieses Ziel zu erreichen und unsere Stadt effizient gestalten zu können, muss unser Rathaus im Inneren vollständig digitalisiert und vernetzt werden. Zugleich besteht die Herausforderung nach außen hybrid, sowohl digital als auch analog, ansprechbar zu sein, um niemanden auszugrenzen. Eine moderne Verwaltung, der dies gelingt, steht für Bürgernähe, kurze Wege, hohe Qualität und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse.
Gerade hierzu rückt für uns die Auseinandersetzung mit den neuen digitalen Möglichkeiten einer ganzheitlichen Smart City-Strategie in den Vordergrund, die die Digitalisierung der Verwaltung, der Bildungseinrichtungen, der Verkehrssteuerung, der Beleuchtung und vieler weiterer Bereiche miteinander vernetzt. Hierzu wollen wir die Entwicklung einer eigenständigen und umfassenden Smart-City-Strategie für Rotenburg anstoßen.
Die beständig anwachsende Informationsflut unserer Zeit überfordert inzwischen viele Menschen. Über ein Drittel der deutschen Städte bündeln daher alle örtlichen Informationen und Dienstleistungen in sogenannten örtlichen City Apps. Dort finden sich neben den Verwaltungsleistungen insbesondere Veranstaltungsübersichten, ÖPNV-Angebote, Öffentliche Einrichtungen, Gastronomie, Einzelhandelsübersichten, regionale Onlinemarktplätze, Sharing- und Coworkingangebote, Mängelmelder und viele weitere Angebote gebündelt in einer App.
Unabhängig von alledem ist es eine fortwährende Aufgabe von uns allen, für eine offene, tolerante und diskriminierungsfreie Stadtgesellschaft einzustehen. Wir erwarten, dass dieses Bekenntnis von allen in Politik und Verwaltung geteilt wird und fordern es auch aktiv ein. Örtliche Initiativen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt verdienen unsere Unterstützung. Dies müssen wir auch in geeigneter Weise aktiv und als Vorbild nach außen sichtbar machen.
Für eine Stadtgesellschaft, die wenn es drauf ankommt auch zusammenhält, sind wir in Verwaltung und Politik zentrale Vorbilder. Dies muss uns bei allen inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten immer bewusst sein.
Wir setzen uns dafür ein,
– dass die technische Ausstattung unserer Verwaltung mit Hard- und Software zeitgemäß ist;
– dass die Mitarbeiter*innen der Verwaltung im Rahmen einer zielführenden Personalentwicklung konsequent bei den Anforderungen einer digitalen Verwaltung begleitet werden;
– dass die Entwicklung einer systematischen Smart-City-Strategie in Angriff genommen wird;
– dass eine eigenständige City-App für unsere Stadt zur Verfügung gestellt wird;
– dass im Sinne einer aktiven Beteiligungskultur die Einbindung aller Rotenburger*innen bei zentralen Entscheidungen zur Selbstverständlichkeit wird;
– dass alle Rats- und Ausschusssitzungen digital, live und öffentlich verfolgt werden können;
– dass das Miteinander im Rat auch durch die Etablierung einer jährlich stattfindenden Ratsklausur gefördert wird;
– dass Rotenburg seine Haltung für eine offene, tolerante und diskriminierungsfreie Stadtgesellschaft und gegen Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt in geeigneter Weise nach Außen verdeutlicht.
Das gesamte Programm kann auch hier heruntergeladen werden!
